Frauenfeindliche "Ursprung-Buam"

Ministerin fordert Aus­ladung aus ORF-Sendung

27. Juni 2009 15:04

Gabriele Heinisch-Hosek prangert Online-Spiel der Volksmusik­gruppe an - Grüne reagieren mit offenem Brief - Strobl kündigt Prüfung an

Wien - Auf der Homepage der Zillertaler Volksmusikgruppe "Die Ursprung Buam" wird ein Online-Spiel angeboten, bei dem mit einer Schleuder auf eine Kellnerin geschossen werden soll. "Triff der Anna ihre Äpfel!" lautet die Aufforderung, denn die vollbusige Servierkraft balanciert nicht nur einen Apfel auf ihrem Kopf, sondern verfügt auch über einen tiefen Ausschnitt, aus dem bei einem Treffer der blanke Busen rutscht. Dafür wurde der Musikanten-Truppe bereits vor mehr als einer Woche von dieStandard.at eine Zitrone verliehen.

Am 25. Juli soll die Band in der ORF-Sendung "Wenn die Musi spielt" auftreten. "Ich verlange vom ORF, dass diese frauenfeindliche und rassistische Musikgruppe ausgeladen wird", forderte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Samstag, in einer Aussendung.

Herabwürdigungen

Es sei nicht zu dulden, dass eine Band, die Gewalt gegen Frauen bewirbt, im öffentlich rechtlichen Rundfunk auftrete, so Heinisch-Hosek. Der ORF habe den gesetzlichen Programmauftrag, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Programmgestaltung zu berücksichtigen. Die Musikgruppe sei in der Vergangenheit auch durch die Herabwürdigung von Muslimen in Liedtexten aufgefallen. Gerade in Zeiten wachsender Fremdenfeindlichkeit sei es "sehr problematisch, mit solchen Vorurteilen zu spielen", so die Ministerin.

Auch die Grünen reagierten auf den geplanten Auftritt der Ursprung Buam im ORF. In einem offenen Brief an Generaldirektor Alexander Wrabetz forderte die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, die Ausladung der Volksmusik-Gruppe. "Nach dem es sich bei der ORF Sendung 'Wenn die Musi spielt', um eine populäre Sendung handelt, halte ich es für äußert bedenklich, wenn der ORF die Band  'Die Ursprung Buam' öffentlichwirksam unterstützt. Der ORF hat schließlich einen Bildungsauftrag zu erfüllen und sollte die Öffentlichkeit für Gewalt an Frauen sensibilisieren. Darüber hinaus hat der ORF auch den gesetzlichen Auftrag, durch sein Programm die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern. Ein Auftritt der 'Ursprung Buam' in einer ORF-Sendung steht einem solchen Auftrag eindeutig entgegen", heißt es in dem öffentlichen Brief der Grünen.

ORF will Vorwürfe "prüfen"

"Selbstverständlich haben weder frauenfeindliche noch rassistische Töne in ORF-Programmen Platz", stellte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl nach dem Protest von SPÖ und Grünen klar. Programmdirektor Wolfgang Lorenz und Unterhaltungschef Edgar Böhm würden umgehend die Vorwürfe - "soweit der ORF darauf Einfluss nehmen kann" - prüfen und mit dem Management zu deren Klärung Kontakt aufnehmen, so Strobl in einer Aussendung. "Es versteht sich von selbst, dass in Liedtexten, die on air gehen, rassistische und frauenfeindliche Inhalte völlig inakzeptabel sind. Online-Auftritte privater Veranstalter liegen außerhalb der Zuständigkeit des ORF. Eine Bewerbung dieser Auftritte erfolgt seitens des ORF selbstverständlich nicht", so Pius Strobl.

"Mich widert so etwas an"

Was er als Privatmann davon halte, machte Strobl im Gespräch mit der APA allerdings deutlich: "Mich widert so etwas an. Das ist nichts, was eine Volksmusikgruppe stolz machen sollte." (APA/red)

Kommentar posten
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Foromat
schmid joachim
04.07.2009 14:49
ich kenne kein PC-Spiel...

...bei dem "geschlechtergerecht" (?) auf Menschen geschossen wird.
Die Verbrecher/Soldaten/Personen in fast allen Spielen sind männlich.
Soll ich mich da nun jetzt ueber Gewalt oder besser ueber Sexismus beschweren?

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Agnostiker1
29.06.2009 19:01
Die Frau hat Sorgen!

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Redaktion
Loxoceles
29.06.2009 18:48

Der Toni Strobl und seine Spitzbuam durften trotz der zahlreichen rassistischen und sexistischen Witze auftreten und gesendet werden. Sogar zur Prime Time.

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gerhard_mangott
29.06.2009 17:14
zweierlei mass?

... als der schwulenfeindliche 'rapper' ramses vor einigen wochen in den club-2 eingeladen wurde, hatte frau ministerin offensichtlich keine ahnung oder damit kein problem.

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Redaktion
loki-san
29.06.2009 17:38

Also eine Diskussionsrunde ist auch was anderes als eine Unterhaltungssendung, imho.

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Redaktion
Der kleine Lord
29.06.2009 17:05
Ganz wichtige Bitte an Frau Heinisch-Hosek

Frau Minister, bitte verbieten Sie auch die Kronen-Zeitung, dieses sexistische Schmierblattl, da is jeden Tag eine Nackerte drin!

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Redaktion
hurchzua
29.06.2009 16:35
So geschmacklos die Homepage sein mag,

Zensur wird damit nicht gerechtfertigt.

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Redaktion
Duskson 81
 
01.07.2009 11:20

Das war ja auch keine Zensur sondern ein Lauter aufschrei und es wurde entfernt von der Band selber, also genauso wie sichs eigentlich gehören würde.

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Redaktion
rubberduck
29.06.2009 16:11
findet sich bitte..

...eine gruppe, die ein männerfeindliches Spiel machen lässt. Wir Männer nehmens mit humor und fordern keinen boykott deswegen und sorgt für ausgleich.
manoman (sorry hier natürlich frauofrau oder wars männinomännin?) haben wir wirklich keine anderen Sorgen?
Schön langsam aber sicher fühl ich mich als Mann sexuell diskriminiert.
Weiters fordere ich hier eine eigene männer Rubrik und einen Männerminister (wobei der fehlende männerminister im übrigen sogar verfassungswidrig ist)

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cyber ferkel
29.06.2009 14:27

Das Beste was denen passieren kann. ....wir deren Popularität ungemein steigern.

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Redaktion
Sägnüt
 
29.06.2009 14:00
Das Bemühen, Religionskritik als Rassismus zu bezeichnen,

habe ich bisher nur von islamisch-religiöser Seite beobachten können.
Dass das nun auch eine österreichische Ministerin macht, halte ich für sehr bedenklich.

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1000 Kopfläuse können nicht irren
29.06.2009 11:56
Wie wär's wenn man dieses Spiel ein bisschen abwandeln würde: "Triff den Ursprung-Buam ihre Nüsse"?

Aber auf das Hose-Herunterlassen nach einem Treffer bitte verzichten!
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Redaktion
knurrhoernchen
29.06.2009 13:18
Nüsse? Mein Stichwort

Zu HH: Endlich eine Frau mit Nüssen!
Zum Spiel: Das ist für mich genauso zu verneinen, als würde auf einen Kellner geballert.
Es widert mich jedesmal an, wenn GästInnen die KellnerInnen herablassend behandeln. Für mich ist's keine Gaudi, wenn Angehörige einer Berufsgruppe, die in der Arbeitswelt sehr oft sexuell belästigt werden und im Alter unter massivsten gesundheitlichen Problemen leiden, so herabgewürdigt werden.

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562 (3%)2102721589
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1000 Kopfläuse können nicht irren
29.06.2009 17:10
Auf wen darf man dann Ihrer Meinung nach in PC-Spielen politisch korrekt ballern?

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Redaktion
Wie kam ich bloß durch die Zensur?
 
29.06.2009 09:39
Im Volkstümlichen geht es eben ein bissl deftiger zu...

....als es großstadtsozialisierte FeministInnen wahr haben wollen.

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Redaktion
hayseed
29.06.2009 10:53
Seit der Rechtschreibreform

schreibt man "volksdümmlich" - hab ich mir sagen lassen.

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Redaktion
Der elegante Herr von nebenan
 
29.06.2009 02:15

Und was ist mit der Nackerten in der Krone? Und die Prostuituierteninserate in der Krone?

Eeeeeeben - da schön ruhig sein und dort wo es keinen interessiert die mutige jean d'arc spielen. Sozialdemokratie in ihrer pragmatischsten Form

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Simba
29.06.2009 12:15
sobald die Frau

in der Krone verprügelt wird, könn ma des vergleichen.

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Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n
29.06.2009 12:32
Die Frau wird ja gar nicht verprügelt.

Das ist nur ein Spiel (mit Fehlschüssen). Da gehen auch mal Gläser zu Bruch oder werden Augen blau.

Kirche -> Dorf.

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Lila Strumpf
29.06.2009 12:48
sie würden..

am lautesten schreien wenn die zielscheibe im spiel ein mann wäre, der von wütenden feministinnen mit pfeilen getroffen wird, da wette ich drauf. da wäre es mit ihrem humor ganz schnell vorbei.

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3 (3%)9497
Foromat
Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n
29.06.2009 13:04
Wenn Sie wollen programmier ich Ihnen so ein Spiel.

Kostet aber.


Was macht eine Feministin wenn sie total wütend ist?

Sie kocht vor Wut!

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Kathi1609
 
29.06.2009 09:31

wer ein bissi mitdenkt, checkt, dass es zwei paar schuhe sind, was ein zeitungsunternehmen tut oder was der ÖFFENTLICH RECHTLICHE Rundfunk so treibt.

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Redaktion
Wie kam ich bloß durch die Zensur?
 
29.06.2009 09:36

Vielleicht wird der "Rundfunk" ja schon sehr bald nicht mehr öffentlich-rechtlich sein.

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Redaktion
Viktoria Roth
02.07.2009 13:55
je eh... das wird fein sein -

da kann sich dann auch der d*mmste Dodel die Fi**/Fu** Pornowerbung stundenland im Nachtprogramm anschauen - wie auf ATV.

endlich wird was getan, für die männliche Intelligenz ;-/ bis jetzt gibt es ja lediglich den Sportkanal auf dem 1er.

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LOST GRINGO
29.06.2009 01:08

Die Initiative der Ministerin ist absolut zu begrüssen.
Davon abgesehen gibts endlich die Möglichkeit hier
Peter Westenthaler zu zitieren:
"Haut´s die Oa*****cher aussi!"

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